Psychologin, Lehrerin & Referentin sowie Vorstandmitglied des DACH-Verbandes Neurodiversität
Als binationale und neurodivergente Person beschäftige ich mich schon lange mit der menschlichen Vielfalt in mehrfacher Hinsicht. Ich habe Psychologie studiert, weil es mir ein tiefes Bedürfnis ist, dazu beitragen, dass sich Menschen besser verstehen – und zwar im doppelten Sinne: sich selbst und einander. Anhand meines psychologischen Wissens ist es mein großes Herzensanliegen (vor allem im Bildungskontext) aufzuklären und mehr Verständnis sowie Wertschätzung für unsere ‚innere‘ bzw. nicht direkt sichtbare Vielfalt zu schaffen. Aus diesem Grunde setze ich mich nicht nur als Psychologin, Lehrkraft und als Mutter, sondern auch im Vorstand des DACH-Verbandes Neurodiversität für eine (neuro-)inklusivere sowie chancengerechtere Bildung und Gesellschaft ein.
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Ich wünschte, wir vor 25 Jahren schon soweit gewesen. Ich hab zwei neurodivergente Sõhne.. Schule war ne Katastrophe.
Sehr sympathisch, sehr interessantes Interview!
Herzlichen Dank für dein Feedback!
Hach, wie wundervoll ermutigend.
Die Welt ist, wie sie ist, und es bleibt seit jeher die Frage in wie weit man seine Masken ablegen dürfen, um sein Leben auch gestalten zu dürfen, können und wollen.
So viele Expert_innen werden exkludiert und verarmten, erkranken und resignieren.
Habt ganz lieben Dank
Violet : )
Hallo, liebe Violet,
Die Frage, wie viel wir unsere Masken ablegen dürfen, um unser Leben wirklich selbst zu gestalten, trifft einen zentralen Punkt ihrer Geschichte und vieler Menschen in unserer Community.
Genau darum geht es uns mit dem Kongress, Räume zu schaffen, in denen Menschen mit ihren Besonderheiten sichtbar sein dürfen, statt sich in Anpassung zu verlieren. Ich freue mich sehr, dass dich dieses Gespräch so ermutigt hat.
Sonnige Grüße von Anne
Tatsächlich habe ich ein wenig den Eindruck, es ist schick’ eine Diagnose zu haben.
Ich habe 2 Söhne, die ganz unterschiedlich sind und ich muss sie nehmen, wie sie sind. Sie sind schon unterschiedlich auf die Welt gekommen, sie haben schlaftechnisch ganz anders getickt, der Geschmack bzgl. Farben, Essen und egal was war unterschiedlich…
Die einziges Gemeinsamkeit: Innerhalb von 2 Wochen nach der Einschulung wurden sie als unbeschulbar / schulunfähig eingestuft.
Trotzdem haben beide Abitur bzw. Fachhochschulreife, Ausbildung und Studium gemacht – in ihrem Tempo.
Mein Job war: Den LehrerInnen zu erklären, dass meine Kinder toll sind, aber anders angesprochen werden müssen. Meinen Kindern zu erklären, dass LehrerInnen auch nur Menschen sind und ihr Job in der Schule nicht das Lernen von Inhalten, sondern das Lernen, wie man sich in Zwangsgruppen verhält und wie die Leistungskontrollen bei langweiligen Zwangsinhalten trotzdem schafft.
Und mir und unserer Familie immer wieder im Bewusstsein zu halten, dass Schule nicht das Leben ist, sondern nur 1 Teil des Lebens ist und dass es daneben ganz viele andere Dinge gibt, die uns Kraft geben, Erholung bringen und wir uns Gutes tun müssen.
wenn wir doch nur all diese Schubladen nicht bräuchten, und Menschen einfach ungestraft verschieden sein dürften . . . wir brauchen diese Diagnosen doch nur, damit ja jedes Kind auf Schiene gebracht wird, wie wir das, als schon lange geistig kranke und seelisch verkümmerte Menschen, vereinbart haben . . . und das will sich keiner eingestehen . . . es ist nicht artgerecht, wie wir leben und unsere Kinder erziehen
Hallo, liebe Susi,
vielen Dank für diese eindrückliche und sehr direkte Rückmeldung zum Gespräch mit Alison. Der Wunsch, dass Menschen einfach verschieden sein dürfen, ohne dafür in eine Schublade gesteckt zu werden, trifft genau den Kern dessen, worüber Alison spricht.
Auch für sie ist klar, Inklusion ist niemals ein individuelles Problem einzelner Kinder, sondern eine systemische Aufgabe, die das ganze Umfeld betrifft, Lehrkräfte genauso wie Familien und Gesellschaft. Diagnosen können in diesem Zusammenhang eine schwierige Doppelrolle spielen, einerseits schaffen sie manchmal erst den Zugang zu Verständnis und Unterstützung, andererseits werden Kinder dadurch schnell auf eine Schiene gebracht, die ihrem eigentlichen Wesen gar nicht entspricht.
Genau deshalb setzt sich Alison so stark dafür ein, dass sich Strukturen verändern, damit unterschiedliche Denkweisen als Bereicherung erkannt werden, statt als etwas, das erst normalisiert werden muss. Deine Klarheit in dieser Frage passt sehr gut zu dieser Haltung.
Sonnige Grüße von Anne