Michael Nehls ist promovierte Mediziner und habilitierte Molekulargenetiker im Bereich Immunologie und Neurowissenschaften. In seiner wissenschaftlichen Laufbahn veröffent-lichte er über 50 Originalarbeiten, darunter drei Publikationen in Zusammenarbeit mit Nobelpreisträgern. Die molekularbiologische Entdeckung eines zentralen Genregulators für die Ausbildung der körpereigenen Abwehr wurde von der American Association of Immunolo-gists als „Säule der immunologischen Forschung“ gewürdigt. Er war drei Jahre lang leitender Genomforscher in einem US-amerikanischen Unternehmen und anschließend acht Jahre lang Forschungsleiter (CSO) und dann Vorstandsvorsitzender (CEO) eines Biotechnologieunternehmens in München. Seit 2007 arbeitet Nehls als unabhängiger theoretischer Medizin-wissenschaftler, der medizinische, neurowissenschaftliche und evolutionsbiologische Erkenntnisse verbindet, um die Ursachen moderner Zivilisationskrankheiten zu erklären und zu kausal zu präventieren.
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Fantastisch! Diesen Moment mitzuerleben, in welchem Michael dir, Anne, sagt, vielleicht solltest du die ADHS-Diagnose, die dir gestellt wurde, nochmal hinterfragen. Und deine leuchtenden Augen zu sehen als er seinen neu geprägten Begriff vorstellte… Ich habe hier in meiner Küche ähnlich reagiert wie du vor der Kamera 🙂 Hoch spannend und ein sehr anregendes Gespräch. Ich danke euch beiden sehr.
Hallo, liebe Anna,
ja! Dieser Moment, in dem er mich fragte, ob meine eigene ADHS Diagnose wirklich zutrifft, hat mich tatsächlich sehr berührt, und ja, seine leuchtenden Augen bei der Vorstellung seines neu geprägten Begriffs Underchallenged High Attentional Capacity waren einfach ansteckend.
Es freut mich riesig, dass du in deiner Küche ähnlich reagiert hast wie ich vor der Kamera, genau diese Momente echter, gemeinsamer Begeisterung sind es, die ich mir für den Kongress wünsche.
Sonnige Grüße von Anne
Aus meiner Sicht ein gutes Gespräch, weil der Interviewgast eine eigene gut begründendete Meinung hat und sich diesbezüglich nicht anpasst, was heutzutage in vielen Interviews auf Onlinekongressen sehr subtil und unmerklich Einzug gehalten hat!
Ein freundliches und authentisches Gespräch ohne Peoplepleasing und mit sehr interessanten uns hilfreichen Infos!
Nicht unbedingt bequem für die Interviewerin, aber genau darum weiterführend!
Herzlichen Dank 😇
Hallo, liebe Astrid,
vielen Dank für diese kluge Beobachtung zum Gespräch mit Michael. Eine eigene, gut begründete Meinung zu haben, ohne sich anzupassen, ist tatsächlich selten geworden, umso mehr freut es mich, dass genau das für dich so deutlich spürbar war.
Du sprichst wahrscheinlich auch den Moment an, in dem Michael live mein eigenes Gesprächsverhalten hinterfragt hat, ob meine ADHS Diagnose wirklich zutrifft, oder ob nicht eher eine schnelle Auffassungsgabe bei fehlender Herausforderung dahintersteckt. Bequem war das für mich in dem Moment tatsächlich nicht, gerade deshalb aber ein sehr ehrlicher und weiterführender Austausch, genau die Art von Gespräch, die ich mir für den Kongress wünsche.
Danke, dass dir diese Authentizität so wichtig ist und du sie so klar benennst.
Sonnige Grüße von Anne
Wahnsinn, ein Feuerwerk an Infos. Meine Aufmerksamkeit hatte er über die volle Länge des Interviews. Einiges werde ich bestimmt noch vertiefen, z.B. die Wichtigkeit von Vitalstoffen oder Lebensführung.
Hallo, liebe Martina,
vielen Dank für deine schöne Rückmeldung zum Gespräch mit Michael. Ein Feuerwerk an Infos trifft es gut, seine Ausführungen zu Vitalstoffen wie der Omega 3 Fettsäure DHA und deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung stecken wirklich voller Substanz.
Es freut mich sehr, dass dich das Interview über die volle Länge gehalten hat und du dir wünschst, einiges davon noch genauer anzuschauen. Genau darin liegt für mich der Wert solcher Gespräche, sie geben Impulse, die weit über den Kongress hinaus wirken können.
Sonnige Grüße von Anne
Klasse Typ! Sehr klug und hinterfragend von pauschalen und stigmatisierenden Bezeichnungen. Dieses Interview hätte gerne länger dauern dürfen. Ich höre ihm gerne zu! Vielen Dank!
Hallo, liebe Maira,
vielen Dank für deine schöne Rückmeldung zum Gespräch mit Michael. Es freut mich sehr, dass dir sein kluges Hinterfragen pauschaler und stigmatisierender Bezeichnungen so gut gefallen hat, genau darum geht es ihm auch im Gespräch, Kinder ganzheitlich zu betrachten, bevor sie vorschnell in eine Schublade gesteckt werden.
Dass du dir gewünscht hättest, noch länger zuzuhören, ist das schönste Kompliment, das ein Gespräch bekommen kann.
Sonnige Grüße von Anne
Besonders angesprochen, bzw. neu, war für mich die Differenzierung von erhöhter unterforderter Aufmerksamkeitskapazität zu ADHS.
Bei meiner früheren Arbeit als Ergotherapeutin mit Kindern wurden mir oft Kinder mit ADHS vorgestellt, bei denen ich EUAK u.a. wahrgenommen habe( ohne diesen Begriff zu kennen.) und denen ich damit auch häufig sehr gut weiterhelfen konnte.
Das klassische Verständnis von ADHS als diagnostizierbare Erkrankung erscheint mir allerdings auch nicht übereinzustimmen mit den Facetten von denen Anne meist spricht.
Mein Fazit : ich lasse bevorzugt in der Verbindung Kategorisierungen raus
Herzlichen Dank
Hallo, liebe Katharina,
vielen Dank für diese wertvolle fachliche Perspektive aus deiner Arbeit als Ergotherapeutin. Dass du bei manchen Kindern mit ADHS Diagnose genau das erkannt hast, was Michael als Underchallenged High Attentional Capacity beschreibt, noch bevor du den Begriff kanntest, zeigt, wie treffend dieses Konzept in der Praxis tatsächlich ist.
Auch mir geht es genau darum, weg von starren Kategorien hin zu einem Verständnis der vielen Facetten, die hinter einem Verhalten stecken können. Ein Kind kann unterfordert sein, kann eine tatsächliche ADHS Symptomatik haben, oder beides zugleich, die Übergänge sind oft fließend, und eine vorschnelle Einordnung wird der Vielschichtigkeit selten gerecht.
Dein Fazit, in der Verbindung mit Menschen Kategorisierungen bevorzugt herauszulassen, trifft für mich den Kern dessen, worum es im Kongress gehen soll, den Menschen zu sehen, bevor man ihn in eine Schublade steckt.
Sonnige Grüße von Anne
Vielen herzlichen Dank. Sehr gut. : )
Anmerkung: Die Welt wird nicht nur anders wahrgenommen, verstanden und bewertet; sondern vor allem anders gehandhabt, so dass ,entsprechend des eigenen ästhetischen Kompass’, Wirklichkeit geschaffen wird und durch ihre adäquate Handhabkeit zur Wirklichkeit für jene und ihr Umfeld. Violet : )
Handhabbarkeit
Hallo, liebe Violet,
vielen Dank für diese so genaue Ergänzung deines eigenen Gedankens. Dass die Welt nicht nur anders wahrgenommen und bewertet, sondern vor allem anders gehandhabt wird, und dadurch entsprechend dem eigenen ästhetischen Kompass eine eigene Wirklichkeit entsteht, trifft etwas sehr Wesentliches an dem, worüber Michael in seinem Gespräch spricht.
Er beschreibt genau diesen Unterschied zwischen einer vermeintlichen Störung und einer eigenen, funktionierenden Art, mit der Welt umzugehen. Sein Begriff der Underchallenged High Attentional Capacity beschreibt eine Fähigkeit, keine Störung, schnelle Auffassungsgabe gepaart mit rascher Langeweile bei fehlender Herausforderung. Genau diese Handhabbarkeit, von der du sprichst, entscheidet oft darüber, ob eine besondere Denkweise als Problem gedeutet wird oder als eigene, tragfähige Wirklichkeit, die auch für das Umfeld funktioniert.
Danke, dass du diesen Gedanken so präzise weiterspinnst.
Sonnige Grüße von Anne
Danke, danke euch beiden für dieses sehr informative, aufschlussreiche Interview! Ich war während dessen wie gebannt und fühle mich so herrlich aufgewühlt. Wie toll, dass es Menschen wie euch gibt. Mit einem Thema aufeinander zu zugehen und durch unterschiedliche Erkenntnisse einen wohlwollenden gemeinsamen Nenner zu finden. Chapeau bas: Kommunikation auf feinste Art! 🙂
Hallo, liebste Andrea,
vielen Dank! Dass du dich herrlich aufgewühlt fühlst, ist genau das Zeichen für ein Gespräch, das wirklich etwas in Bewegung bringt.
Der gemeinsame Nenner, den du beschreibst, entsteht gerade dann besonders schön, wenn zwei Menschen mit unterschiedlichen Blickwinkeln aufeinander zugehen, ohne den eigenen Standpunkt aufzugeben, sondern im wohlwollenden Austausch etwas Neues entstehen zu lassen. Genau das durfte ich mit Michael in diesem Gespräch erleben.
Sonnige Grüße von Anne