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Neurodiverse untereinander können gut zusammenarbeiten, Probleme gibt es nur, wenn wir mit “Normalen” zusammenarbeiten müssen, die gar nicht merken, dass wir unterschiedliche Sprachen sprechen. Bei Meetings mit dem einen Chef merke ich immer wieder, dass der auf das gleiche schaut und etwas völlig anderes sieht als ich (er merkt das natürlich nicht).
Bei den Entwicklern sind bei uns mindestens die Hälfte neurodivers (der Rest ist wohl “nur” introvertiert, bei den IT-Beratern gibt es auch noch ein paar neurodiverse). Als mal ein Externer da war hat der ganz erstaunt gesagt, ihr seid ja ein richtiges Team, das gut zusammenarbeitet. Das kennt er wohl aus anderen Firmen, mit denen er zusammenarbeitet, gar nicht. Ein interner (neurotypischer) Mitarbeiter hat auch schon mal gesagt, die Entwickler arbeiten entgegen der Stereotypen besser zusammen als die anderen Abteilungen.
Jemand hat mal gesagt, er glaubt immer noch nicht, dass so wenige Leute so schnell die Software neu entwickeln können, nachdem wir das Gegenteil bewiesen haben (die Konkurrenten haben es bis heute nicht wirklich hingekriegt, deshalb wechseln jetzt immer mehr Kunden, denen bisher von ihren Chefs aus politischen Gründen das schlechte Konkurrenzprodukt aufgezwungen wurde, doch zu uns).
Wenn jemand einen Fehler macht geht es nicht darum, wer was falsch gemacht hat, sondern wie wir das beheben können. Der eine Kollege, der am Anfang sehr unsicher war (und deshalb seine IHK-Prüfung erst beim 2. Versuch geschafft hat) ist in letzter Zeit sebstsicherer geworden und ein anderer Kollege lobt ihn immer wieder, weil er so gut darin ist, Fehler zu finden, die bisher nie jemandem aufgefallen sind.
Hallo, liebe Birgit,
Was du beschreibst, wenn neurodiverse Menschen untereinander arbeiten und die Reibung erst entsteht, sobald Normalen dazukommen, die gar nicht merken, dass unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, trifft genau den Kern dessen, was Julie mit ihrer Arbeit anspricht.
Dein Beispiel mit euren Entwicklern ist dafür ein wunderbarer Beweis. Ein Team, in dem die Hälfte neurodivers ist, entwickelt schneller als die Konkurrenz, arbeitet entgegen aller Stereotype besonders gut zusammen, und fragt bei Fehlern nicht nach Schuld, sondern nach Lösungen. Genau das deckt sich mit dem, was Julie aus ihren Umfragen berichtet, Führungskräfte verbinden Neurodivergenz am Arbeitsplatz noch viel zu oft mit schwierig, herausfordernd und kompliziert, während die Realität in euren Zahlen und Ergebnissen etwas ganz anderes zeigt.
Auch die Geschichte des Kollegen, der anfangs unsicher war und heute für sein Gespür für übersehene Fehler gelobt wird, passt genau in dieses Bild. Danke, dass du diesen so praxisnahen Beweis mit uns teilst.
Sonnige Grüße von Anne
Vielen herzlichen Dank für Euer Interview. : )