Ich bin Katja Hageneier, Autorin, Dozentin und Bildungsökonomin mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Als spät diagnostizierte Autistin verbinde ich heute meine berufliche Expertise mit meiner persönlichen Perspektive.
Meine Autismusdiagnose erhielt ich erst im Erwachsenenalter. Rückblickend erklärt sie vieles: meine intensive Wahrnehmung, meine ausgeprägte Gerechtigkeitsorientierung und die Herausforderungen, die mit jahrelanger Anpassung verbunden waren.
Ich setze mich dafür ein, ein differenziertes Bild von Autismus zu vermitteln und stereotype Vorstellungen zu hinterfragen. Besonders wichtig ist mir, die Vielfalt autistischer Lebensrealitäten sichtbar zu machen – insbesondere die Erfahrungen von Frauen und spät diagnostizierten Menschen.
In meinen Büchern, Vorträgen und Social-Media-Beiträgen verbinde ich persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und mache komplexe Themen verständlich und alltagsnah zugänglich.
Menschen beschreiben mich häufig als analytisch, engagiert und zuverlässig. Ich selbst sehe mich als neugierigen, ehrlichen und ausdauernden Menschen, der sich mit großer Leidenschaft in Themen vertieft, die ihm wichtig sind.
Mit meiner Arbeit möchte ich zu mehr Verständnis, Akzeptanz und gesellschaftlicher Teilhabe neurodivergenter Menschen beitragen.
Als Geschenk für alle Teilnehmer:
Ein kostenloses Leseexemplar aus dem Buch „Autismus kompakt" von Katja Hageneier – mit Leseproben zu Meltdown, Shutdown und Autistic Burnout sowie praktischen Extras wie Notfallkarte, Reflexionsaufgaben und Checkliste.
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Danke für den kurzweiligen und interessanten Vortrag. Es waren viele hilfreiche Tipps dabei! Absolut sehens/hörenswert.
Hallo, liebe Carolin,
vielen Dank für deine schöne Rückmeldung zum Gespräch mit Katja. Kurzweilig und trotzdem gehaltvoll trifft ihre Art wirklich gut, gerade weil sie ihre eigene Geschichte mit so praktischen Strategien verbindet, etwa das bewusste Einrichten des Alltags, um belastende Reize von vornherein zu reduzieren.
Es freut mich sehr, dass dir so viele hilfreiche Tipps mitgegeben wurden.
Sonnige Grüße von Anne
“So funktioniere ich; und das ist so ok”. Dies ist für mich DIE MESSAGE des Tages.
Vielen Dank, Katja!
Du hast POTS als Komorbidität angesprochen. Ich hoffe, es ist das kardiale Syndrom gemeint, das beim Bücken oder über-kopf-Heben zu einer Synkope führen kann. Ich kenne das erst kurz, habe ungeklärte Synkopen in verschiedenen Situationen erlebt. Wie steht POTS mit Autismus in Verbindung? / sehr interessantes, knackiges Gespräch, dem ich gut folgen konnte. Noch ohne Diagnostik glaube ich immer mehr, dass ich Autistin bin. Vielen Dank.
JA, wieder mal sooo bereichernd dieses Interview.
Ich korrigiere meinen Kommentar zu Michael Nehl:
Kategorisieren mit Blick auf die besonderen Gaben, dann wieder loslassen 😉,kann so hilfreich zum Verständnis sein.
Also Kategorisieren ja, Stigmatisieren nein.
❤️ens Dank
Durch die Klarheit, Tiefe und „Ruhe“ dieses interessanten Gesprächs war das Zuhören ein Genuss für mich.
Herzlichen Dank für dieses erhellende Interview, das mich sehr überrascht hat. Bis jetzt war ich davon überzeugt, ausschließlich hochsensibel zu sein. Allerdings hätte ich all die geschilderten Alltagsszenen genau so erzählt. Das ist mir alles gut bekannt. Ich werde mich jetzt wohl intensiver mit Autismus befassen.
Die Leute sagen ständig, du bist doch so schlau, warum kannst du dich nicht verhalten, wie wir es erwarten?
Diese Woche haben sich gerade Kunden beim Chef über einen Kollegen beschwert, der ihnen “zu herablassed” (= zu ehrlich) ist. Der hat denen gesagt, dass sie das völlig falsch gemacht haben und die Bereinigung aufwändig wird, das hat denen nicht gefallen. Selber schuld, wenn sie darauf bestehen, von einem weniger kompetenten Kollegen betreut zu werden (der Neue, der erst seit Anfang des Monats da ist und von dem Thema noch keine Ahnung hat, hat wohl Zeit für die, der kompetente Kollege ist sowieso bis Januar ausgebucht und hat gar keine Zeit für deren Problem.)
Bei mir hat sich der Chef auch schon mal beschwert, dass ich den Abteilungsleiter kritisiert habe. Du musst nett zu dem sein, der ist dein Chef. Das fand ich so absurd, soll ich etwa zu Leuten, die nicht mein Chef sind, nicht nett sein?
Hallo, liebe Birgit,
vielen Dank für deine offenen Beispiele. Der Satz “du bist doch so schlau, warum verhältst du dich nicht wie erwartet”, kenne ich aus vielen Gesprächen mit neurodivergenten Menschen, und die Erfahrung, für Klarheit kritisiert zu werden, ist real und schmerzhaft.
Eine Ergänzung liegt mir dabei aber am Herzen. Freundlichkeit ist aus meiner Sicht kein Zugeständnis an Hierarchie, sondern etwas, das jedem Menschen zusteht, dem Chef genauso wie dem Kollegen oder dem neuen Mitarbeiter. Die eigentliche Frage ist deshalb weniger, ob Freundlichkeit nur gegenüber Vorgesetzten gilt, sondern ob eine ehrliche, klare Rückmeldung auch dann noch freundlich bleiben kann, wenn sie unbequem ist. Genau das beschreibt auch Katja in ihrem Interview, klar und direkt zu sein, ohne dabei die Wärme im Umgang zu verlieren, ist eine Fähigkeit, die sich üben lässt, und die am Ende oft besser ankommt als reine Schärfe.
Sonnige Grüße von Anne
Hm. Wenn ich euch so zuhöre, dann habe ich den Eindruck, ich kenne gar keinen neurotypischen Leute.
Bis ich dieses Interview gesehen hatte, war ich hochsensibel, hochsensitiv mit ein bisschen ADS. Jetzt scheint es, als käme noch Autismus hinzu.
Genau wie Andrea dachte ich auch bisher, die im Interview beschriebenen Stressoren seien der Hochsensibilität geschuldet.
Ich habe alles, worüber hier gesprochen wurde auch so erlebt. Bis auf Sonnenbrillen und Kopfhörer, mich stressen der Druck der Sonnenbrille (ich habe auch mehrere) und der Kopfhörer (gleich ob in oder over ear) tatsächlich noch mehr als Geräusche und grelles Licht. Meine Alternative zu Sonnenbrillen sind Caps und Sonnenhüte.
Hallo, liebe Michaela,
vielen Dank für diese sehr persönliche und genaue Rückmeldung zum Gespräch mit Katja. Dass sich beim Zuhören plötzlich noch eine weitere Facette dazugesellt, kenne ich aus vielen ähnlichen Rückmeldungen, oft erklären sich rückblickend genau die Details, die bisher unter einem anderen Label liefen.
Dein Hinweis zu Sonnenbrillen und Kopfhörern finde ich besonders wertvoll, er zeigt schön, wie individuell Reizempfindlichkeit tatsächlich ist. Der Druck am Kopf kann eben genauso überfordernd sein wie Geräusche oder grelles Licht, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so nahe liegt. Dass du dir mit Caps und Sonnenhüten deine eigene, gut passende Lösung gesucht hast, ist genau die Art von individueller Anpassung, über die auch Katja im Gespräch spricht, den eigenen Alltag so einzurichten, dass belastende Reize von vornherein reduziert werden.
Sonnige Grüße von Anne
Vielen herzlichen Dank für Euer Interview.
So schön und treffend von euch auf den Punkt gebracht: Den Fokus weg von „Was ist mit mir nicht in Ordnung?“ hin zu dem wertfreien „So funktioniere ich“ zu lenken, bringt eine riesige Entlastung. Wenn man rational versteht, wie man im Kern funktioniert, kann man den Alltag leichter passend umgestalten und bewusster entscheiden, wo man wertvolle Energie für (sinnvolles) Masking aufwenden will und wo nicht.
Die aufgezeigten Alltagssituationen machen die Theorie greifbar, berühren aber auch eine implizite Frage aus den Kommentaren: Warum ist es so schwer zu erkennen, „was“ man genau ist? Das liegt an der menschlichen Tendenz, sich in allgemeinen Beschreibungen schnell wiederzuerkennen (Barnum-Effekt). Für ein echtes Verständnis reicht der Blick auf äußeres Verhalten oft nicht aus. Entscheidend ist es, das innere Erleben und automatische Reaktionen im Alltag genauer zu betrachten und gezielt gegeneinander abzugleichen (z. B. HSP gegenüber AD(H)S oder Autismus).
Da diese Abgrenzung in den Grauzonen der Neurodivergenz hochkomplex ist, bleibt eine differenzierte Diagnostik eine medizinisch-psychologische Kernaufgabe. Professionelles Coaching kann hier eine wertvolle Brücke schlagen, diese intrinsischen Vorgänge zu entschlüsseln und eine fundierte erste Orientierung für das eigene System zu bekommen. Vielen Dank an Katja und Anne für dieses gehaltvolle und lebendige Interview!
Hallo, liebe Claudia,
vielen Dank. Der Wechsel vom bewertenden, was ist mit mir nicht in Ordnung, zum wertfreien so funktioniere ich ist tatsächlich der Kern dessen, was ich mit dem Kongress erreichen möchte, und du bringst genau das noch einmal sehr präzise auf den Punkt.
Dein Verweis auf den Barnum Effekt trifft einen wichtigen blinden Fleck, allgemeine Beschreibungen fühlen sich schnell stimmig an, ohne dass sie wirklich das eigene, spezifische innere Erleben treffen. Genau deshalb braucht es, wie du sagst, den genauen Abgleich automatischer Reaktionen im Alltag, um HSP, ADHS oder Autismus in den oft fließenden Grauzonen wirklich auseinanderzuhalten.
Deine Einordnung, dass eine differenzierte Diagnostik medizinisch psychologische Kernaufgabe bleibt, während professionelles Coaching die Brücke zu einer ersten fundierten Orientierung schlagen kann, trifft genau die Arbeitsteilung, für die auch die HOCHiX Ausbildung steht.
Sonnige Grüße von Anne