Ich bin Sabine Omarow und arbeite seit über 22 Jahren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die eine Lese-Rechtschreib- und/oder Rechenschwäche haben.
Mein Weg in die Lerntherapie begann sehr persönlich: Durch die Lernschwierigkeiten meines eigenen Kindes wurde mir bewusst, wie schnell Kinder im Unterricht an ihre Grenzen geraten, wenn sie anders sind, andere Methoden und/oder mehr Zeit benötigen. Diese Erfahrung hat mich dazu gebracht, genauer hinzusehen und Wege zu suchen, wie Lernen wieder verständlich und zugänglich werden, und vor allem wieder Spaß machen kann.
Viele Schwierigkeiten entstehen dort, wo Grundlagen nicht sicher aufgebaut wurden. Ich arbeite mit klaren, strukturierten und schrittweisen Lernwegen, die Kindern Sicherheit geben und ihnen helfen, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist die Entwicklung praxisnaher Lernmaterialien für Eltern und pädagogische Fachkräfte, die Kinder im Aufbau mathematischer und sprachlicher Kompetenzen begleiten.
Seit 10 Jahren führe ich jedes Jahr den LRS-Kongress durch. Der Kongress ist meine Mission: Kein Kind soll sich mit seinen Lernproblemen allein fühlen.
Als Geschenk für alle Teilnehmer:
Spiel für z oder tz - Die Rechtschreibung mit einem Spiel üben.
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10. LRS-Online-Kongress 2027
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Roald Davies: Legasthenie als Talentsignal. Das Buch war für meinen Enkel ein Game changer. Mein Enkel ist im Schulsystem fast daran zerbrochen-hochbegabt, Hochsensibilität und Legasthenie. Mit 2 konnte er komplexe Sätze sprechen und alles ausdrücken, was er wollte. Aber noch besser hat konnte er sich über zeichnen und malen ausdrucken. Mit 12 hat er flüssig und mit Verständnis lesen gelernt-Ohne Schule und fast über Nacht! Erst nach und nach hab ich begriffen, dass er völlig anders denkt und in Bildern, Muster und Zusammenhängen denkt. Heute programmiert er, schreibt, seit er 6 ist, eigene Geschichten (mit audioscripting), auch händisch.Alles selbst beigebracht, Ich. habe nicht „geübt“ mit ihm , sondern ganz andere Heransgehenweisen, beispielsweise den immensen Wortschatz nutzen, Triggerwörter verbildlichen, Eigenheiten der jeweiligen Schriftsprache bewusst machen. UND ZEIT lassen! Ein weiterer Durchbruch war das gemeinsame Anschauen des Films mit Kirk Douglas (The secret, Großvaters Geständnis) und das Gespräch über die nicht Defizit orientierte Besonderheit der Dislexie. In der Schule hieß es im 1. Schuljahr- wie du kannst noch nicht lesen?!!! Nach 3 Grundschulen und einer zwangsweisen „Förderschulen“ war das Selbstwertgefühl auf minus 1000. Erst durch den Wechsel ins selbstbestimmte, nichtschulische Lernen brachte den Erfolg. Jetzt ist er 15 , hat sich Englisch allein beigebracht, hat Schachpartner aus aller Welt und das Wichtigste: Glücklich, lernbegeistert, tiefenentspannt, setzt sich Ziele und verfolgt sie hartnäckig.
Hallo, liebe Ulrike,
vielen Dank, dass du die Geschichte deines Enkels mit uns teilst. Was du beschreibst, ist ein wunderbares Beispiel dafür, was Sabine in ihrem Gespräch meint, Legasthenie wird viel zu oft als Dummheit gedeutet, während dahinter oft besondere Kreativität und sogar Hochbegabung steckt. Genau das zeigt dein Enkel eindrücklich, mit zwei Jahren komplexe Sätze, früh das Denken in Bildern und Mustern, und heute Programmieren und eigene Geschichten.
Wie du ihm mit eigenen Wegen begegnet bist, den Wortschatz genutzt, Triggerwörter verbildlicht und vor allem Zeit gelassen hast, zeigt genau die Art von Verständnis, die Kinder wie ihn wirklich weiterbringt. Der Satz einer Lehrerin im ersten Schuljahr und die Erfahrung mehrerer Schulwechsel machen deutlich, wie sehr das Schulsystem noch an starren Erwartungen festhält.
Umso schöner, dass der Wechsel ins selbstbestimmte Lernen den Weg für ihn geöffnet hat. Mit 15 Jahren glücklich, lernbegeistert und mit klaren eigenen Zielen unterwegs zu sein, ist die beste Antwort auf alles, was vorher so schwer war.
Sonnige Grüße von Anne
Danke für deine ausführliche und bestärkende Antwort! Ich bin übrigens anderer Meinung als Frau Orlow -Regeln und Eselsbrücken haben bei J. Absolut nichts bewirkt. Im Gegenteil.Sie konnten an nichts andocken in seiner Art zu denken und zu schreiben.Leselöwe, Lesetiger usw.alles zum Altpapier. Übungshefte vor kurzem entsorgt- altmodische Bildchen mit Wörtern versehen-kompletter Unfug.Üben- resistent.
Hallo, liebe Ulrike,
vielen Dank für deine so klare Rückmeldung. Deine Erfahrung mit deinem Enkel zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich Kinder tatsächlich sind, was bei dem einen Kind hilft, kann bei einem anderen tatsächlich komplett ins Leere laufen, genau das beschreibst du sehr anschaulich mit Leselöwe, Lesetiger und den Übungsheften.
Genau darum geht es letztlich auch in Sabines Arbeit, jedes Kind braucht seinen eigenen Zugang, und standardisierte Methoden sind kein Garant dafür, dass sie bei jedem Kind andocken können. Bei deinem Enkel war es am Ende dein eigener, sehr individueller Weg, der wirklich etwas bewegt hat, sein riesiger Wortschatz genutzt, Triggerwörter verbildlicht, und vor allem Zeit gelassen, ohne Druck durch klassische Übungsformate.
Danke, dass du diese wichtige Perspektive so deutlich einbringst, sie zeigt, wie entscheidend es ist, jedes Kind wirklich individuell zu sehen, statt auf ein einziges Konzept zu setzen.
Sonnige Grüße von Anne
Hallo Sabine
Dein Vortrag war grossartig. Ich habe eine Legasthenie und eine Dyskalkulie. In der dritten Klasse rief mich die Lehrerin immer wieder auf: “Elisabeth die Frage lautet… aber Du weisst die Antwort ja sowieso nicht, denn Du bist dumm.” In den Pausen musste ich neben ihr her laufen und lernen, spielen mit den Klassengespanen durfte ich nicht. Inzwischen bin ich über 80 Jahre alt und habe das Buch “Die Ewigkeit der Liebe” geschrieben und veröffentlicht und arbeite momentan am meinem zweiten Buch. Dein Vortrag hat mir aufgezeigt, was ich in meinem Leben, trotz meiner Beeinträchtigungen, geschafft habe und das freut mich.
En liebe Gruess Elisabeth
Hallo, liebe Elisabeth,
vielen Dank für dieses sehr persönliche und beeindruckende Zeugnis zum Vortrag von Sabine. Was du als Kind erlebt hast, sollte niemandem widerfahren, und es zeigt viel Kraft, dass du diesen Satz der Lehrerin über all die Jahre hinter dir lassen konntest.
Sabines eigene Erfahrung passt genau zu deiner Geschichte, auch sie hat erlebt, wie Legasthenie und Dyskalkulie fälschlich als Dummheit gedeutet werden, obwohl dahinter oft Kreativität und besondere Begabung stecken. Dass du trotz dieser frühen Beeinträchtigungen ein Buch geschrieben hast und bereits am zweiten arbeitest, ist eine wunderbare Antwort auf all das, was dir damals gesagt wurde.
Ich freue mich sehr, dass dich der Vortrag so berührt und dir noch einmal bewusst gemacht hat, was du in deinem Leben alles geschafft hast.
Sonnige Grüße von Anne
Wow, herzlichen Glückwunsch. Das ist ja richtig toll.
Der Regress ist unerträglich. Nachteilsausgleiche schaffen Chancen und Beteiligung. Was musste ich mich hart zum Lernen zwingen. Kinder lernen und motivieren sich in ihren eigenen Wegen. Ästhetisch stimmig. Die Paradigmenwechsel sind überfällig! Vielen lieben Dank für Euer Interview.
Hallo, liebe Violet,
vielen Dank für deine dichten und klaren Worte zum Interview mit Sabine. Dass Regress unerträglich ist, und Nachteilsausgleiche stattdessen Chancen und echte Beteiligung schaffen, trifft genau den Kern.
Wie hart du dich selbst zum Lernen zwingen musstest, während Kinder in Wahrheit auf ihren eigenen Wegen lernen und sich motivieren, zeigt den Widerspruch, um den es hier geht, sehr deutlich. Dass du das auch als ästhetisch stimmig empfindest, freut mich besonders, und ja, die überfälligen Paradigmenwechsel dürfen und müssen kommen.
Ich freue mich sehr, dass dich das Gespräch so bewegt hat.
Sonnige Grüße von Anne
Das ist das Wichtigste!
Die Stärken stärken!
Die Regeln sind klasse. Ich habe über die LRS-Therapie-Unterlagen meines Sohnes so viel Hilfestellungen/Regeln erhalten, die ich nie gebraucht habe.
Aber bei meinem Sohn konnte ich es immer deutlich sehen, am Anfang eines Textes (Diktat oder Aufsatz) , war die Konzentration noch da, je länger aber der Text desto weniger konnte er das Anwenden der Regeln realisieren.
Das Thema Zeit! ist da so wichtig.
Hallo, liebe Birgit,
vielen Dank für deine sehr genaue Beobachtung zum Gespräch mit Sabine. Was du bei deinem Sohn beschreibst, am Anfang eines Textes ist die Konzentration noch da, mit zunehmender Länge lässt die Fähigkeit nach, die gelernten Regeln anzuwenden, deckt sich sehr gut mit dem, was Sabine in ihrem Interview beschreibt.
Genau aus solchen Beobachtungen heraus setzt sie sich dafür ein, dass Nachteilsausgleiche in Schulen erhalten bleiben, denn sie sind oft die einzige Möglichkeit, den tatsächlichen Fähigkeiten von Kindern wie deinem Sohn gerecht zu werden. Regeln allein reichen nicht aus, wenn die Konzentration im Laufe eines Textes natürlicherweise nachlässt, hier braucht es zusätzlich Zeit und Verständnis für diesen Prozess.
Danke, dass du diese Erfahrung so anschaulich teilst, sie zeigt genau, worum es Sabine in ihrer Arbeit geht.
Sonnige Grüße von Anne
Vielen lieben Dank für Euer Tun! Ihr leistet einen so wichtigen Beitrag!
Sooooo gerne, Dorothee. Danke dir.